www.FROSCHRAUM.de.tl
Ein Keller voller exotischer Frösche

Tips zur Einrichtung


Ich bin zwar auf der Unterseite "Froschraum - Terrarien" schon auf die Einrichtung und den Innenaufbau meiner Terrarien eingegangen, aber immer wieder kommen Frage von Lesern, wie man es genau machen kann.  Also...gut

Regenwaldterrarien wie die der Pfeilgiftfrösche, sehen oft sehr aufwendig und kompliziert aus. Da wachsen Pflanzen scheinbar auf nackten Ästen, andere wuchern die Wände hoch. Einige wachsen von unten nach oben, manche aber auch anders herum. Zwischendurch rufen und balzen Frösche, versorgen Gelege und füttern evtl sogar ihr Kaulquappen in kleinen Wasserstellen.





 
 
Die Einrichtung eines solchen Miniregenwaldes ist jedoch keine große Kunst. Auch Neueinsteigern ist es möglich, ein tolles natürlich aussehendes und – noch viel wichtiger – ein funktionierendes künstliches Biotop für seine Pfleglinge zu gestalten.

 
Damit das klappt, sind einige Dinge zu beachten, die ich hier gerne vorstellen möchte.
Da ich nicht alle Möglichkeiten ausprobiert habe die es gibt, ist die Auflistung nicht vollständig.




Das richtige Terrarium

 
Hier möchte ich auf die Unterseite „Froschraum-Terrarien“ hier auf meiner Homepage verweisen. Dort habe ich die von mir verwendeten Terrarientypen vorgestellt.
 
Besonders geeignet sind die sogenannten Dendrobatenterrarien mit schräger Bodenscheibe, Wasserablauf, Bohrungen für die Beregnung und drosophiladichter Edelstahgaze. Diese Becken sind meist aus 4mm Floatglas. Schiebetüren mit Dichtlippe lassen das händeln im Becken ohne große Mühe zu. Die Lüftung ist oben im Deckel und unten direkt unter den Schiebescheiben. So ist nicht nur der Luftaustausch gewährleistet, auch das Beschlagen dieser Scheiben findet kaum statt.

Dendrobatenterrarium 60x50x50 cm

Foto: www.dendroshop.de (auch eine gute Bezugsquelle dieser Terrarien )



 
Einrichtung

Oft wird in meinen Augen der Fehler gemacht, dass zu viel „Hardware“ ins Becken eingebracht wir. Zu viele Äste, Wurzeln, oder Schwarztorfsoden sind aber nicht nur sehr schnell sehr unübersichtlich (was die wichtige Kontrolle der Frösche behindert), sondern sehen auch unnatürlich aus. Das Becken wirkt schnell zu voll. Wachsen dann die Pflanzen noch gut, hat man schnell ein unübersichtliches Durcheinander. Bodenbewohnende Frösche brauchen auch Boden auf dem sie sich aufhalten können.


Das war nachher einfach zu viel und ich habe so einiges wieder aus dem Becken entfernt.
 
Auch bei der Bepflanzung ist manchmal weniger mehr. Zu viele verschiedene Pflanzenarten bringen ein heilloses Chaos ins Becken. Auch im Habitat der Frösche wachsen nicht 10 unterschiedliche Arten auf einem qm. Ich verwende, je nach gepflegter Art und Beckengröße eine Rand- und Hintergrundbepflanzung. Große Pflanzen hinten. Evtl, wenn überhaupt, kommen kleine nach vorne. Die Seitenbepflanzug steigt optimalerweise nach hinten an. Ein zu dichter Dschungel ist weder Biotopgerecht, noch ansprechend, noch kontrollierbar.

Ich richte nach dem Motto ein: Die Pflanzen sind die eigentliche Einrichtung.


Wasserlauf / Bachlauf

Das ist in der tat ein leidiges Thema. Jeder wünscht sich einen kleinen Bachlauf in seinen Terrarien, der sich schön langsam fließend durch den kleinen Dschungel schlängelt. Sieht ja auch klasse aus.
 
Tatsache ist aber leider, dass es dadurch oft - fast immer - zu Problemen kommt. Früher, oder später läuft das Wasser nicht mehr nur da her wo es herlaufen soll. Ins Wasser gewachsenes Moos, ein Blatt, oder sonst irgend etwas was ins Wasser ragt, zieht Wasser neben das "Bachbett" Die Folgen sind ein viel zu nasser Boden, der ja tunlichst vermieden werden sollte. Auch kann es durch den Wasserkreislauf zu bakteriellen Problemen kommen, da das Wasser nicht genügend gereinigt wird.
Die meisten Halter schalten ihren, trotz Warnungen eingebauten Bach, nach einiger Zeit wieder aus.
Manchmal hört man, dass er gerne benutzt wird, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Das ist in einem gut eingelaufefnen, bepflanzten, regelmäßig beregnetem Terrarium total unnötig.

Hier möchte ich auch nochmal darauf hinweisen, dass es jedem Gestalter eines Terrariums selbst überlassen ist, welche Materialien verwendet werden.
Umweltschutz sollte einem Tier- und Naturfreund natürlich kein Fremdwort sein.
Egal ob für Torfprodukte, tropische Hölzer, oder Xaxaim - es gibt für alles Alternativen.




Die folgende Vorschläge lassen sich gut kombinieren und man gelangt schnell zu einer ansprechenden, funktionierenden Einrichting.
 



Im hinteren Bereich eine etwas erhöhte Schicht mit Drainage und unten beschrieber Abdeckung und vorne eine dünne Schicht Pinienrindenmulch. Eine Trennung der Bereiche ist gut mit Steinen und/oder Schwarztorfsoden zu gestalten. So hat man einen natürlich aussehenden Anstieg des Bodens und die Frösche haben verschiedene Untergründe zur Verfügung. Eine schöne nicht zu dominante Wurzel, passende Pflanzen, eine Wasserstelle und etwas Geduld und schon hat man ein schönes Terrarium für seine Pfleglinge. Dieses Becken ist teilweise neu eingerichtet und muss noch etwas einwachsen.





Der richtige Bodengrund

 
Bodengrundvarianten gibt es so viele, wie Froschhalter.

Wichtig ist auf jeden Fall folgendes:
 
-Der Bodengrund darf nicht versumpfen. Das kommt bei zu feinkrümiligen Materialien (Erde – auch Kokoshumus) vor, wenn die beregnete Wassermenge nicht minimal gehalten wird. Ein Durchspülen des Boden zum reinigen ist nicht möglich. Feinkrümeliges Material haftet auch an den Frösche und kann durchaus zu nicht unerheblichem Stress führen.
 
-Es müssen immer trocken Stellen im Becken vorhanden sein. Diese sollten entweder nach der Beregnung schnell wieder abtrocknen, oder von dieser erst gar nicht nass gemacht werden. Bei Bodenwohnenden Fröschen ist das natürlich wichtiger, als bei kletternden Arten. Diese sind sowieso öfter oben unterwegs und viele Pflanzen trocknen sehr schnell wieder ab.
 
-Egal welchen Bodenaufbau man verwendet, er darf keine unkontollierbaren Höhlungen, oder Löcher bilden in denen die Frösche auf nimmer wiedersehen verschwinden können.
 
-Man muss darauf achten, dass der Ablauf gut zugänglich bleibt. Das erleichtert später Wartungsarbeiten.
 
 
Große, klobige Aufbauten aus Styropur oder ähnlichem klauen nur den sowieso schon begrenzten Platz. Manchmal sieht man Bilder von Terrarien die 1/4 oder mehr des Volumens aus Aufbauten bestehen. Das kann zwar schön aussehen, aber den Fröschen wäre mehr Platz wahrscheinlich lieber als einen schönen Hang hinauf zu hüpfen.
Bei mehrern Etagen sollte der Platz unter der Etage für die Tiere zugänglich und für den Halter einsehbar sein.


 
 
Vorab möchte ich sagen, dass egal welchen Boden ich verwende, es kommt immer eine gute Schicht Laub oben drauf, damit es auch nachher ist wie in der Natur.




 
Drainageschicht, Gazeabdeckung, Weißtorfplatten
 
Auch beim Thema Bodengrund möchte ich zuerst einmal auf die schon oben genannte Unterseite „Froschraum-Terrarien“ verweisen. Dort stelle ich die von mir am häufigsten verwendete Methode vor.

froschraum.de.tl/Terrarien.htm

Man kann natürlich auch die Gaze und die Platten weglassen. das sieht in meinen Augen aber zu unnatürlich aus.

 
Vorteil:
 
-ein Durchspülen ist gut möglich, da durch die Drainage das Wasser gut abläuft.
 
-Bodenpflanzen wachsen hervorragend und haben genügend Platz für ihre Wurzeln
 
-Moose wachsen von alleine aus dem Torf
 
-sehr natürliches Aussehen
 
-guter Glasschutz auch bei größeren Steinen, oder Wurzeln
 
-eine ausgeprägte Bodenfauna gedeit üppig, hält den Boden sauberer, und bietet den Fröschen Nahrung. Und das ohne ständiges zugeben von Springschwänzen, Asseln und Co

 
Nachteil:
 
-aufwendig vonm Aufbau
 
-bei vollständiger Trocknung entstehen Risse und Spalten (in den Torfplatten bzw. deren Übergängen. Diese Risse reichen aber nur bis zur Trenngaze und enrgeben keine Gefahr für die Frösche)
 
-je nach Torfqualität werden einige Stellen manchmal lehmig.

-bei zuviel Wasser trocknet er nur recht langsam.


 
Weiter Methoden, die ich ausprobiert bzw. in Verwendung habe:



Pinienrindenmulch (mittel-grob)
 
direkt auf der schräge Glasscheibe. Dabei verwende ich eine dünne Schicht an Mulch. Ich würde diese Variante eher für Becken mit überweigend epiphytischer Bepflanzung, oder für Aufzuchtbecken empfehlen.


 
Vorteil:
 
-Schnell gemacht und schnell ausgetauscht.
 
-Gut durch zu spülen und darurch recht gut sauber zu halten.
 
-Bei geringer Menge Mulch und sehr wenig Beregnungswasser(Feinnebeldüsen mit wenig Durchlauf) relativ schnell trocknend.

 
Nachteil:
 
-Kaum Möglichkeiten für Bodenpflanzen durch dünne Mulchschicht.
 
-Nimmt man eine höhere Mulchschicht, trocknet diese schlecht.
 
-Bei dünner Mulchschicht ist eine eigene Bodenfauna kaum vorhanden. Gerade Springschwänze, Asseln und anderes Kleingetier ist wichtig für die biologische Stabilität der Terrarien. Ausserdem haben die Frösche immer mal wieder was zu „picken“



 
Aquarienkies (mittel-grob)
 
direkt auf die schräge Glasscheibe. Dabei verwende ich eine mitteldicke Schicht Kies.

 


Auch hier ist wieder gut zu sehen, dass eine Kombination aus verschiedenen Materialien oft einen natürlicheren Eindruck macht.
Hier habe ich auf den Kies noch ein weing Pinienrindenmulch gestreut.

 
Vorteil:
 
-Schnell gemacht und schnell ausgetauscht.
 
-Gut durch zu spülen und darurch recht gut sauber zu halten.
 
-Relativ schnell trocknend.


 
Nachteil:
 
-Kaum Möglichkeiten für Bodenpflanzen durch geringe Nährstoffmenge.
 
-Eine eigene Bodenfauna kaum möglich, da sich die entsprechenden Tiere nicht im Kies vermehren. Gerade Springschwänze, Asseln und anderes Kleingetier ist wichtig für die biologische Stabilität der Terrarien. Ausserdem haben die Frösche immer mal wieder was zu „picken“
 
-Gefährlich fürs Glas, vor allem an Druckstellen durch größere Steine und Wurzeln
 
-unnatürliches Aussehen an den Stellen, wo der Boden frei von Laub ist


 
und dann gibt es noch.....

 
Filtermatten für Aquqarien (Teichfiltermatten)
 
diese Matten werden hier und da als Boden verwendet. Es gibt sie in jedem guten Aquariengeschäft. Es gibt sie in Blau und mit Aktivkohle versetzt in schwarz.

http://www.garnelen-guemmer.de/images/product_images/popup_images/374_1.jpg
Foto: www.garnelen-guemmer.de
Vorteil (meines Erachtens - keine eigene Erfahrung):
 
-sehr schnell gemacht
 
-guter Glasschutz auch bei größeren Steinen, oder Wurzeln
 
-??

 
Nachteil:(meines Erachtens - keine eigene Erfahrung):
 
-relativ teuer
 
-sieht sehr unnatürlich aus

-ich hätte Angst, dass kleine Frösche mit den Beinchen in den Maschen hängen bleiben
 
 
-meiner Meinung nach macht eine Filtermatte zu sehr das was sie machen soll – filtern! Ich bin ein Freund davon regelmäßig die Terrarienböden mit viel Wasser durch zu spülen. Durch eine Drainage, oder einen „offenen“ Boden wie Rindenmulch kann ich das machen. Eine Filtermatte hält den Dreck fest. Das kann ja auf Dauer nicht gut gehen. Jeder der aus der Aquaristik kommt kennt es, wie sehr ein Filtermedium verstopfen kann, wenn es nicht regelmäßig gereinigt wir. Das Wasser aus der Beregnung wird da wohl kaum reichen.






 
Wandverkleidung

Neben dem Boden ist auch der Aufbau der Wandverkleidung eine wichtige Aufgabe. Das nicht nur aus optischen Gründen. Auch bei der Unterstützung der Klimastabilität im Terrarium, ist die Wandverkleidung mit entsprechender Bepflanzung wichtig. Stabilisiert sie doch im hohen Maße die Luftfeuchtigkeit.
 
Wichtig auch bem Wandaufbau: Es dürfen keine uneinsehbaren Löcher und Ritze entstehen.
 
Ob man nun alle drei Seiten verkleidet, oder nur die hintere ist weitestgehend Geschmaksache. Man sollte nur bedenken, dass 1. eine dreiseitige Wandverkleidung den Fröschen ein größeres Gefühl der Sicherheit und mehr Raum zum klettern bietet und 2. die dreiseitige Bepflanzung besser für das Terrarienklima ist. Denn dadurch ist die hohe rel. Luftfeuchte leichter zu halten.
 
Nicht wenig Halter verbringen viel Zeit und Mühe und gestalten ihre Wände mit einer schönen Struktur, Terrassen und Höhlungen. Meist sind diese Wände jedoch schnell mit div Ranken zugewachsen und all die schönen Details sind nicht mehr zu sehen. Ist ja nicht schlimm, aber man sollte schon mal drüber nachdenken.



In einem solchen Terrarium wäre von der liebevollen Wandgestaltung nicht mehr viel zu sehen
 
Auch sollte man bedenken, dass der Platz im Terrarium schon sehr begrenzt ist. Da macht es wenig Sinn dicke Wandverkleidungen einzubauen die zusätzlich noch Platz wegnehmen.
Vorsicht beim verkleben von Dekomaterialien an den Wänden. So manches mal sieht man wie Wurzeln und Schwarztorstücke an den Wänden fest verklebt werden. Oft werden sie sogar mit Bauschaum in die so entstehende struktorierte Wand intergriert. Dabei sollte man aber bedenken, dass die Lebensdauer der Wurzel wesentlich kürzer als die des Silikons, oder des Bauschaums ist. Was macht man also wenn die Wurzel zerfällt. Ich hatte schon Wurzeln, die durch Zefall regelrechte Höhlen hatten in denen kleine Ranitomeyas verschwunden sind. Da eine Kontrolle nicht mehr möglich war, mußte dies Wurzel raus. Manchmal möchte man aber ein Becken auch nur mal neu gestalten. Da ist eingeklebte Deko sehr hinderlich. Ich würde es nicht so machen.


 
Ich verwende in meinen Terrarien verschiedene Wandverkleidungen.


 
Xaxim
 
Es gibt verschiedene Arten von diesen Baumfarnplatten. Im groben, hartes und weiches. Für die Wände ist das harte Xaxim gut geeigent.

 

 
-einfach mit Aquariensilikon am Glaz zu befestigen
 
-regelmäßig feucht gehalten wachsen Moose und Epiphyten sehr gut darauf.
 
-Ranken wachsen sehr gut daran und können wurzeln
 
-es sieht sehr natürlich aus
 
-hält die Feuchtigkeit sehr gut
 
-hohe Langlebigkeit
 
-leider echt teuer
 
-mit Werkzeug für Holz zu bearbeiten
 
-Filmdosen (Laichhöhlen) können mit kleinen nichtrostenden Schrauben befestigt werden
 
-manchmal etwas picksende Kanten durch die einzelnen Fasern
 
-mit etwas Glück wachsen Farne und andere exotische Planzen aus dem Xaxim (eingelagerte Samen)


 
Neutrales Silikon

 
 
Über Silikon in der Verwendung im Terrarium habe ich auf der Seite „Drum & Dran“ schon einiges geschrieben. Bitte schaut dort auch nochmal nach.
 
Das Silikon wir mit Einweghandshuhen aus die sauberen Glasscheiben gestrichen und anschließend schnell mit Torf, oder andere neutraler Erde (z.B. Kokoshumus) bestrichen. Dabei ist eine dicke Silikonschicht besser als eine dünne geeignet. Die Erde sollte leicht in das Silikon einmassiert werden. Nach dem trocknen wird das restliche, lockere Substrat abgefegt und entfernt – fertig.


 
-durch die Beschichtung hält die Feuchtigkeit gut
 
-Ranken wachsen gut daran und können wurzeln
 
-bei guter Verarbeitung hohe Langlebigkeit
 
-nimmt wenig Platz weg



 
 
Beschichtung mit Fliesenkleber

Fliesenkleber gibt es für wenig Geld im Baumarkt. Ich mische ihn mit recht viel Wasser zu einem dünnen Brei an. Viel Wasser verhinder scharfe Knaten bei der weiteren Verarbeitung. Dort hinein kommt ein bisschen neutrale Erde (Kokoshumus). Nur so viel, dass es damit leicht durchzogen ist. Mit diesem Gemisch bestreiche ich großzügig eine dünne, vorher zurechtgeschnittene Styropuplatte. In das noch feuchte Material drücke ich, ähnlich wie beim Silikon, weitere Erde ein. Nach dem Trocknen klebe ich die Platte mit Silikon ins Terrarium. Übergänge zwischen 2 Platten werden mit Silikon ausgefüllt. In diese Silikonnaht wird ebenso Erde reingedrückt.


 
-sieht natürlich aus
 
-hält sehr gut die Feuchtigkeit
 
-Ranken und Moose wachsen sehr gut daran
-sehr langlebig
 
-Laichhöhlen und Epiphyten können leicht mit Edelstahldraht befestigt werden


Dachdecker- bzw Presskorkplatten

Dachdeckerkork gibt es in 2 varianten. 1. Im eigenen Harz gepresst, 2. Mit leim gepresst. Für ein terrarium kommt natürlich nur die 1. Variante in Frage.
In meinen Augen nicht die schönste Wandverkleidung. Man sollte die Oberfläche etwas aufrauhen, damit sie natürlicher wirkt. Das geht mit einer Drahtbürste recht gut. Man kann auch Bruchstücke einer Platte in mehreren Schichten aufeinander kleben, um ein gewisse Strucktur zu bilden.
Man kann die Platten recht gut mit Aquariensilikon an den Wänden des Terrariums befestigen.





Vorteile:

-schnell fertig gestellt

-gute Haftung von Luftwurzeln der Kletterpflanzen

-wenn einmal feucht, wird die Feuchtigkeit lange gehalten

-Terrassen lassen sich damit einfach gestalten

Nachteil:

-sieht unbehandelt unnatürlich aus

-zeiht Wasser erst nach langer Zeit, ja anfangs perlt es fast ab

-wenn es einmal richtig nass war, schrupft es bei totaler Trocknung und wird bröckelig
 (das kann wärend der Trockenzeit ein großer Nachteil werden!)

-relativ kurze Lebenderwartung - Luftwurzeln können die Platten in relativ kurzer Zeit zerstören.
 



Beschichtung mit LTG / 2KPU

Weit verbreitet sind die Beschichtungen mit Latex-Torf-Gemischen und mit dem Parkettkleber von Stauff (auch unter anderem Namen in Terrarienhandel zu bekommen), dem sogenannten 2KPU. Mit diesen Beschichtungen habe ich persönlich allerdings keine Erfahrung habe.

Mein Froschfreund Dennis K. gestaltet seine Terrarien allerdings so (2KPU). Er hat für www.froschraum.de.tl sehr schön, Schritt für Schritt dokumentiert, wie ein leeres Dendrobatenterrarium vom nackten Glasbecken, zum Dschungel hinter Glas wird. Aufgrund des Umpfangs habe ich dies hier, als eigene Seite aufgebaut.


froschraum.de.tl/Dennis-richtet-ein.htm







Geigente und wichtige Dekomaterialien

 
Ich verwende zum größten Teil natürliche Materialien in den Terrarien. Kunstlianen, oder auch künstlich hergestellt Äste und Wurzeln verwende ich nicht. Da gibt es sicherlich gute Sachen zu denen ich aber nichts sagen kann. Ich habe mal an einer künstlichen Liane gerochen und der Kuststoffgeruch brannte in der Nase. Bei Kunststoffen sollte sicher jeder verantwortungsvolle Pfleger sehr gut informieren, sich seine Gedanken über Zweck und Nutzen machen und im Zweifel zum Wohle seiner Pfleglinge darauf verzichten.
 
Kunststoffe finden bei mir nur in Form von Fildosen, Wasserschalen und Untersetzern in den Laichhäuschen Verwendung


 
Steine:
In Habitat der Frösche sind Steine – meist Granit – überall vorhanden. Dies sollte man auch im Terrarium bedenken. Ich habe bei den unterschiedlichsten Arten die Erfahrung gemacht, dass sie sehr gerne auf Steinen sitzen.

 
 
Tip: Steine in verschiedenen Größen nebeneinander wirken natürlicher als gleichgroße.
 
Es dürfen auf keinen Fall Steine mit scharfen Kanten und engen Löchern verwendet werden. Verletztungsgefahr!
 
Achtet auf die Bodenscheibe – Steine sind schwer!


 
Kieselsteine



-gibt es fast überall draussen
 
-die Arten Kiesel die schnell trocknen werden lieber von den Fröschen angenommen (da muss man mal ein wenig probieren)
-dunkle Steine sehen natürlicher aus, als die fast weissen
 
-sie sind sehr glatt und sind dadurch leicht zu reinigen
 
-sie sind sehr glatt und so für die Frösche ungefährlich
 
-große Exemplare dienen gut als erhöhte Rufplätze



 
 
Brauner Schiefer (als Kinder nannten wir sie Malsteine)
 


 
-ist je nach Wohnort draussen zu finden
 
-bedeckt gut größere Bodenbereiche, die von den Fröschen gerne aufgesucht werden
 
-kann scharfe Kannten haben. Die sollten mit einer Pfeile abgerundet werden, damit -kein Frosch sich verletzt
 
-ist ein relativ weicher Schieferstein, der nach einiger Zeit Wasser zieht und kaum noch abtrocknet
 
-ist durch die flache Wuchsform relativ schlecht für erhöhte Stellen. Man muß sie erst „aufbocken“ in dem man sie z.B. auf Filmdöschen, oder Schwarztorfstücke legt



 
Schwarzer Schiefer
 
-im Grunde alles wie beim braunen, nur ist er härter und zieht dadurch kaum Wasser

 
Kalkstein
 
bei uns rund um Mettmann sehr verbreitet
 
-hat teils scharfe ecken und Kanten
 
-sieht in meinen Augen nicht sehr nach regenwald aus und wird deshalb von mir nicht verwende





 
Wurzeln und Hölzer

 
Pfeilgiftfrösche klettern gerne, oder bewohnen sogar die oberen Etagen der Vegatation. Um diesem Umstand gerecht zu werden, aber auch um ein natürliches Aussehen zu erreichen, verwenden wir die unterschiedlichsten Hölzer in Froschbecken. Das Holz sollte recht Wasserbeständig und möglichst hart sein. Im Froschterrarium leben, wie schon erwähnt, bestenfalls eine ganze Armee von Kleinstlebewesen wie Asseln, Sringschwänzen und mehr. Diese ernähren sich von totem Biomaterial. Wurzel und andere Hölzer gehören durchaus auch zu ihrer Nahrung. So halten harte Hölzer länger als weiche. Leider gibt es auch da keine Sicherheit, in einem Becken hält eine Mangrovenwurzel ewig, in einem anderen ist Mangrove u.U nach wenigen Jahren zersetzt und morsch. Die Gefahr ist—vor allem bei üppigem Epiphytenbewuchs- das alles in sich zusammenbricht.




 
Auch darf keinerlei Harz aus den Holz austreten, womit schon mal sämtliche Nadelhölzer ausfallen.
 
Genau wie bei den Steinen sind auch hier kleine Löcher und Spalten potentielle Gefahren für die Frösche. Evtl muß man diese mit Aquariensilikon verschließen.

Wie oben schon erwähnt, bitte den Naturschutz beachten! Gerade tropische Hölzer sollten ja eigentlich nicht gekauft werden, um den Handel damit zu bremsen. Die Regenwälder werden es uns danken. Wer jetzt denk: "Ach, die eine Wurzel ist doch egal." Der möge sich die Menge an Wurzeln vorstellen, die weltweit in Terrarien und Aquarien verbaut werden.
Im Buch "Oophaga pumilio - Das Kompendium" von F. Steinmann & C.v.d.Lingen wird z.B. trockenes Holz der einheimische Eiche als gut geeignet genannt. Ich werde auf die Suche gehen und es mal testen.


Dennoch möchte ich hier auch solche Hölzer nennen. Sie sind gut geeignete und man findet sie im Aquaristik- oder Terraristikzubehör.


 
 
-Mangrove

 

 

http://www.tierfachmarkt.de/cgi-bin/index.cgi/22502-636-284-0-mangroven%20wurzel%20nano.jpg?APP=GET&ID=22502&FILTER=SCALE_ROTATE&FILTER_PARAM1=636&FILTER_PARAM2=284&FILTER_PARAM3=0&url_dummy=mangroven%20wurzel%20nano.jpg
Foto: www.tierfachmarkt.de



-Moorkien
http://www.antshop.ch/shop/images/product_images/original_images/moorkienholz_wurzel_large.jpg

Foto:www.antshop.ch

 
-Mopaniwurzeln

http://www.wima-aquaristik.de/jtlshop/bilder/produkte/gross/Mopaniholz-small_b2.jpg
foto: www.wima-aqaristik.de

 
 
 
-Rotes Moorholz
 
 hier ein schönes Exemplar im Terrarium meiner Moosfrösche




 
Ausserdem gut geeignet:

 
 
-Weinrebe

 
http://cdn.idealo.com/folder/Product/3682/8/3682883/s1_produktbild_mid/trixie-weinreben-sandgestrahlt-m-35-45-cm.jpg
Foto: www.idealo.de




 
-Korkeiche als Rinde, oder Vollmaterial

Asseln und SS mögen das HOLZ der Korkeiche recht gerne und höhlen Vollmaterial-Äste relativ schnell aus. Die Rinde (Kork) ist wohl nicht gut verdaulich und wird kaum angerührt. So wundert man sich dann, warum der tolle Epiphxtenast plötzlich so tief liegt, ohne dass man was sieht. Wer den Ast jedoch anfasst wir merken, dass er weich und zum Teil hohl ist. Die Lebensdauer der Korkäste ist also auf wenige Jahre beschrängt.






Xaximstämme

Die Stämme haben die gleichen Eigenschafte wie die Platten, die ich ja schon bei der Wandbeschreibung aufgeführt habe.


 
 
Hölzer aus dem Wald

Hier gibt es einige geeignete Stücke zu finden. (s.o.)  Ich habe selber nur wenig Erfahrung damit. Zu frisch darf es nicht sein. Etwas abgelagert und trockenes Holz geht ganz gut.
Ich habe in einem alten Buch gelesen, dass Eichenhoz gut ginge. Leider hat das mein Holz nicht gewusst und schimmelte in kürzester Zeit. Auch nach längerer Spülung gegen diesen Schimel wurde es nicht besser. Also flog es wieder raus.
Im Buch "Oophaga pumilio - Das Kompendium" von F. Steinmann & C.v.d.Lingen wird z.B. trockenes Holz der einheimische Eiche als gut geeignet genannt. Meines war wahrscheinlich zu frisch.

Andere (ich weis leider nicht welches Holz es ist) hält schon sehr lange.
 
Einen Ast vom Apfelbaum hatte ich mal mehrer Jahre.
 
Wer das möchte sollte etwas experimentierfreudig sein.



Weitere Einrichtungsgegenstände
 
 
Schwarztorfsoden/Brenntorf

 
Sie sind ein sehr, sehr gutes Material zur Gestaltung. Es gibt sie als längliche Blöcke (eben Soden) von ca. 40 x 10 x 10 cm. Sie verwittern unmerklich und sind sehr hart.
 

 
Etagen, schräge Stellen, oder gar nachgeahmte Äste kann man wunderbar Gestalten. Auf dem Boden gelegt, hat man erhöhte Stellen, oder oben schon erwähnte Stufen.
Bei genügend Licht und Feuchtigkeit wachsen Moose von alleine darauf und man hat bald eine schöne grüne Fläche. Aufgebunden Pflanzen wachsen ebenfalls sehr gut.
 

 
Wer eine Bandsäge hat, kann sich die Soden sogar in flache Stücke schneiden und als Bodenabdeckung verwende.
 
(bei Torf bitte die Nachhaltigkeit bedenken!)


 
 
Weißtorfsoden

Diese Soden sind größer als die Schwarztorfsoden. Sie sind relativ weich, aber in sich recht fest. Als Platten zur Bodenabdeckung (s.o.) geeignet. Sodenstücke bilden gute Terrassen.


Die Soden sollten über Nacht in Wasser eingelegt werden. Dann kann man sie ganz einfach mit einem Brotmesser zersägen.
Achtung die Soden quellen auf, wenn sie nass werden. Legt man z.B. eine trockene Soden hinten, ohne Lücke genau zwischen die Seitenscheiben, kann sie das Glas durchaus brechen wenn sie Wasser zieht.
 
(bei Torf bitte Nachhaltigkeit bedenken!)

Seitenanfang